Montag, 14. August 2023

Wandern - Starzlachklamm

Garantiert kühl – Reißende Sturzbäche, tosende Wasserfälle und schattige Wege:
Klammen (in Festgestein eingeschnittene, schmale Täler) sind besondere Naturphänomene.
Im Allgäu gibt es vier besonders schöne Klammen: Neben der wohl bekanntesten,
der Breitachklamm bei Oberstdorf, sind da noch die Reichenbachklamm bei Pfrontem,
der Eistobel bei Isny und die Starzlachklamm bei Burgberg.

Die Kur-und Gästeinformation Bad Grönenbach bietet eine geführte Wanderung durch die Starzlachklamm an. Da Peldalo noch nie an einer solchen angebotenen Wanderung teilgenommen hat und die Starzlachklamm Neuland für ihn ist, hat er sich dazu angemeldet.


Die Starzlachklamm liegt am Fuß des Grünten zwischen dem Sonthofener Ortsteil Winkel und der Topfenalpe.Sie wurde von der Starzlach ausgewaschen, die in 1070 m Höhe zwischen dem Grünten und dem Wertacher Hörnle entspringt. Der Name Starzlach bedeutet
„über die Felsen springende Ach“, auch „Sturzbach“. Man trifft in der Starzlachklamm auf „schäumende Wasserstrudel, riesige Wassermühlen, die hohen, wildromantischen Nebenklammen, ein torartiges Felsdach und auf eine Trockenklamm“. In der Klamm stürzt das Wasser unter anderem einen mehr als zwölf Meter hohen Wasserfall herunter.

Der Sonntag zeigt sich als wahrer Sonnentag. Nach einem kräftigen Frühstück macht sich Pedalo zu Fuß auf zum, drei Kilometer vom Ort entfernten, Bad Grönenbacher Bahnhof.

 

 

Der Bahnsteig füllt sich – neben „Normalreisenden“, Wandernden mit ihren Rucksäcken,
sind da auch welche im feinen Trachtengewand – Aha, die wollen zur AllgäuerFestwoche!

Kurz vor dem Eintreffen des Regional-Expresses eine Lautsprecherdurchsage und Lichtzeichenanzeige: „Wegen Überfüllung, keine Fahradmitnahme möglich“.

Räder haben wir eh nicht (!) - aber der erste Satzteil, Überfüllung?


So fahren die Wanderfreudigen, auf den ganzen Zug verteilt

stehender Weise, in einem Rutsch nach Blaichach.

 

Nach dem Verlassen der klimatisierten Bahn die Vorahnung:
Es ist schwülwarm und der erste Teil der Wanderung über offenes Gelände wird
eine schweißtreibende Angelegenheit werden. Der geübte Wanderführer legt auf dem
ca. 5-km-langen Weg vom Blaichacher Bahnhof, über Burgberg und Sonthofen-Winkel
hin zur Starzlach mehrere Pausen ein und animiert zum „Trinken“.


Burgberg mit Burgberger Hörnle und Grünten

 


 

Der erste Kilometer an der Starzlach entlang,

bis zur Klammhütte (Karte) ist noch relativ unspektakulär.

Hier an den Schleierfällen beginnt der zwei Kilometer lange Weg über Stock und Stein durch die Starzlachklamm. Auf den 200 Höhenmetern zeigt es sich, dass festes Schuhwerk mit griffiger Sohle unerlässlich ist.

 
Es läßt sich mit Bildern kaum darstellen, was die Natur hier gewaltiges geschaffen hat.

Schleierfälle

aufwärts geht's im kühlen Schatten

Canyoning treibenden Menschen ...

mit Helm und Neoprenanzug ausgestattet

gut gesicherte Wege ...

mal von rechts ...

nach links ...

entlang an glatt geschlifener Felsen



Es wid lichter ...

am oberster Einstieg zum Canyoning

 

Nach dem Verlassen der Klamm, der typische Blick auf die Allgäuer Voralpen.

 

nicht nur zweibeinige Rindviecher hat's in den Bergen

was für ein Panorama


Bei der Wandereinkehr im Gasthof Alpenblick kann man das eben erlebte noch einmal revue passieren lassen. Mit Tellersülze und Bratkartoffeln, dazu zwei kühle Hopfenmischgetränke stärkt sich Pedalo für den nun abwärts führenden Rückweg nach Blaichach zum Bahnhof.

 
Dort dann die Mitteilung der Bahn: „Zug aus Oberstdorf hat 10 Minuten Verspätung“
wir müssen in Kempten umsteigen und haben 15 Minuten Zeit – könnte klappen!?
Von hier bis nach Kempten, „Flashback“ zum Vormittag und schlimmer
Normalreisende, Ausflugsheimkehrende, Fahrräder rein-raus,
Menschen und Gepäck in den Gängen, Ein- und Austiege vom Zug zugestellt,
genervtes Bahnpersonal das einen Rollstuhlfahrer nach drinnen verfrachten will
und lustige Menschen im Trachtengewand mit „Vorglühhalben“ in der Hand.
Für Leute mit Platzangst ist das nix!
 
So, nun in Kempten: Zug leert sich fluchtartig – haben aber nichts davon, da wir selber raus müssen. Prima Anschlußzug ist noch nicht da und es kommt noch besser – der ist fast leer! Wenn das mal keine Belohnung ist.

Nach dem Ausstieg am Bad Grönenbacher Bahnhof: Ui, was ist den nun? Sonne weg und der Blick gen Westen zeigt, dass dunkle Wolken von den Iller her auf den Heimatort zu ziehen. Halbe Stunde sollt's noch halten – sonst müsste Scor, der private Abholservice kontaktiert, oder die Regenbekleidung heraus gekramt werden – ist trocken geblieben.

Wetter: Vollsonnig

Temperatur: 20 - 28 °C
Streckenlänge: 19 km
Steigungen: 270 Hm
Zugfahrzeit: 1 ½ h
Fazit: In zweifacher Hinsicht konnte Pedalo den Tag „in vollen Zügen geniesen“.
 

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Respekt Pedalo!!!! Bei diesen Temperaturen ist das eine großartige Leistung. Dein Bericht liest sich so kurzweilig und macht sofort Lust auf Berge und Abenteuer. Einfach toll! Solltest mehr Reiseberichte schreiben.